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  • Kirsten Hube

„BÜHNE FREI“: DER GROßE AUFTRITT DER INFLUENCER

Aktualisiert: Jan 20



Sie heißen Caro Daur, Pamela Reif, Chiara Ferragni, James Marland, Tamara McCleary und sind immer gern gesehene Gäste: Bei Messen, Großveranstaltungen, Promi-Partys, in der Front-Row der Fashionweek, ja sogar in den schönsten Hotels rund um den Globus. Ob in Markenklamotten bekannter Designer eingekleidet oder mit den neusten Technik-Gadgets ausgestattet. Sie verleihen jeder Veranstaltung den nötigen Glam, werden nur für ihre bloße Anwesenheit fürstlich entlohnt. Berühmte Schauspieler, Politiker oder Sportler sind sie aber nicht. Ein Traum, ein Märchen? Nein, die Realität!


Aber wer bzw. was sind Influencer? Wir bringen ein wenig Licht ins Dunkel und erklären Ihnen, was sie tun, welche Rolle sie im Marketing spielen und wie jeder von uns Influencer werden kann.



Influencer – (k)eine Modeerscheinung


Obwohl „Influencer“ als DAS Buzzword der Marketing-Branche 2017 zum „Anglizismus des Jahres“ gekürt wurde: Es ist keine „hippe“ Wortneuschöpfung. Schließlich wird es im Englischen bereits seit dem 17. Jahrhundert benutzt. Und zwar für Menschen, die über einen gewissen Einfluss auf andere verfügen, als Meinungsbildner angesehen werden.


Bevor allerdings das Internet-Zeitalter Einzug hielt, zählten zu den „Beeinflussern“ hauptsächlich berühmte Persönlichkeiten, wie Politiker, Schauspieler oder Models. John F. Kennedy, James Dean, Grace Kelly oder Cindy Crawford zum Beispiel erfreuten sich großer Beliebtheit, zogen die Menschen regelrecht in ihren Bann. Sei es mit ihrem Tun, ihrem Lebensstil oder nur mit ihrem Aussehen.


Erst zu Beginn der 2010er Jahre erhielt der Begriff eine andere, erweiterte Bedeutung. Influencer werden nun als Menschen beschrieben, die aufgrund ihrer hohen Präsenz sowie ihrer großen Beliebtheit in den sozialen Medien (Internet) die öffentliche Meinung prägen (können). Kein Wunder, hat doch eine neue Ära der Kommunikation begonnen.



Social Media – „Wir“ sind die Stars am Werbehimmel


Influencer-Marketing

So haben sich im Zuge der Digitalisierung die Plattformen Facebook, Twitter, Instagram, YouTube oder Snapchat rasend schnell verbreitet. Jeder äußert zu allem seine Meinung. Es wird geschrieben, gepostet, gebloggt, gefilmt, fotografiert, was das Zeug hält. Heiß begehrt sind die Ressorts Fashion, Beauty, Lifestyle, Food und Reisen.


Einen spürbaren Aufwärtstrend erfährt der Bereich (digitale) Technik. Neben Prominenten, Politikern, (Fach)Experten oder Journalisten tummeln sich hier natürlich auch „Menschen wie du und ich“. Viele von ihnen widmen sich mit fundierter Kompetenz einem bestimmten (Lieblings) Thema. Und das mit einer großen Portion an „Echtheit“, die sie einfach nahbar wirken lässt. Weil also „unbekannte Beeinflusser“ zunehmend besser ankommen als typische Promis, werden sie von Unternehmen immer häufiger als ideale Kooperationspartner für Marketing- und Kommunikationsstrategien angesehen. Der Einsatz von Markenbotschaftern, das sogenannte Influencer-Marketing nimmt deshalb einen immer größeren Part ein.


Aber: Wann ist dies erfolgreich? Und was macht einen Influencer tatsächlich zu einem guten, angesehenen „Beeinflusser“?




Reichweite versus Passgenauigkeit

Das Geheimnis liegt in der Reichweite. Je mehr Follower, Freunde und Abonnenten, desto höher liegt der Wert der Verbreitung. Vergleichbar mit der Auflagenzahl einer Zeitung. Der Influencer wirkt somit als Multiplikator. Ziel ist es schließlich, möglichst viele Menschen direkt zu erreichen, über die jeweiligen Produkte, Dienstleistungen oder die Firmenphilosophie zu informieren.


Das Kriterium der Reichweite allein ist allerdings nicht aussagekräftig genug. Klar, Social-Media-Stars wie Caro Daur (Mode), Pamela Reif (Fitness) oder Felix Bahlinger „felixba“ (Technik) ziehen massenhaft Menschen an. Mit einer Fanbase von mehreren hundert Tausenden bis Millionen Followern gehören sie zu den begehrten Makroinfluencern.


Sehr verlockend, aber letztendlich nutzlos, wenn die falsche Zielgruppe angesprochen wird. Beidseitige Passgenauigkeit ist also das A und O bei der Auswahl des richtigen Markenbotschafters. Stil, Auftreten, Sprache sowie Inhalte, Interesse und Wertvorstellungen müssen mit der Philosophie des Unternehmens harmonisch überein-stimmen. Nur so können Produkte authentisch in Szene gesetzt, das Vertrauen der (möglichen) Konsumenten geweckt werden – ohne dass sich jemand durch „aufdringliche“ Werbung belästigt fühlt. Das beste und größte Publikum ist allerdings wertlos, wenn kein echtes Interesse besteht.



Klein, aber fein: Die Mikro-Influencer

Prüfen Sie also den Account ihres potentiellen Influencers vorab auf Herz und Nieren. Im Fokus sollte grundsätzlich die tatsächliche Interaktion stehen: In welcher Häufigkeit werden Beiträge kommentiert, geliked, geshared oder gedownloaded? Wie verhält er sich gegenüber Fans, Followern, Kritikern? Ein guter Influencer steht nämlich in einem ständig regen Diskussionsaustausch mit seiner Community.


Als bestes Beispiel gelten hier die so genannten Mikroinfluencer. Sie gehören nicht unbedingt zu den glamourösen Szene-Stars, ihre Namen kennt kaum einer, selbst ihre Anzahl an Followern wird auf nur 250 bis 10.000 „überschaubare“ beziffert. Trotzdem erzielen ihre Aktivitäten immens viel Aufmerksamkeit. Ihre Interaktionsrate innerhalb der Community liegt weitaus höher als die der Stars. Warum? Ganz einfach. Sie bedienen meist spezielle „Nischenthemen“, werden deshalb vor allem wegen ihres Fachwissens geschätzt. Das allgemeine Interesse an ihrer Person als „Beeinflusser“ tritt in den Hintergrund. Ausschlaggebend bzw. prägend ist die inhaltliche Bindung.


Aber: Ob Mikro, ob Makro – jeder hat seinen Preis.



Geld alleine macht nicht glücklich


Influencer-Marketing

Dass im Rahmen des Influencer-Marketings Geld fließt, ist vielen gar nicht bewusst. Hinweise darauf finden sich allerdings in den entsprechenden Posts sowie Bildunterschriften. Diese sind zumeist gekennzeichnet als „bezahlte Kooperation...“ oder mit den Hashtags #ad, #advertisement, #Werbung, #Anzeige, #sponsored.


Ein Muss aus rechtlicher Sicht, um nicht in die verbotene Zone der Schleichwerbung zu fallen. Die Höhe des Honorars selbst ist starken Schwankungen unterworfen, hängt unter anderem vom Bekanntheitsgrad des „Beeinflussers“ ab. Die Bandbreite reicht von einigen 100 Euro bis hin zu 20.000 Euro pro Post. Spitzenverdiener können sogar bis zu 300.000 Euro oder mehr erhalten.


In manchen Fällen wird die gegenseitige Wertschätzung nicht in Form „harter“ Währung erbracht. Vielmehr setzen Unternehmen dann auf die Übernahme anfallender Reisekosten oder sie überlassen dem Influencer nach Abschluss der gemeinsamen Kampagne das „anzupreisende“ Produkt. Egal ob Handtasche, Uhr, Schuhe oder ein Smartphone.


Laut Umfragen wollen Influencer in erster Linie gar nicht reich und berühmt werden. Vielmehr l(i)eben sie bestimmte Leidenschaften, möchten diesbezüglich als Meinungsbildner bzw. Experten in ihrer Branche angesehen werden. Ein offener, respektvoller Umgang auf Augenhöhe ist ihnen im Rahmen entsprechender Kooperationen das Wichtigste.


Gewähren Sie ihrem “Beeinflusser“ deshalb seinen individuellen kreativen Freiraum. Schließlich hat er noch den besten Draht zu seiner Community - weiß, was sie mag, was nicht. Also, Finger weg von vorgefertigten Texten oder Werbeplakaten.


Doch wo und wie findet sich der Richtige?



Wer die Wahl hat - „Do it yourself“ oder Agentur

Influencer für Ihr Unternehmen finden

Grundsätzlich eignet sich jeder als Influencer, auch Mitarbeiter, Kunden bzw. Geschäftspartner. Sie sind zwar direkt dem Unternehmen verbunden, können aber trotzdem als Vertrauensperson wahr-genommen werden. Halten Sie also zuerst in ihrer unmittelbaren Umgebung Ausschau.


Nicht fündig geworden? Dann suchen Sie im Internet doch selbst nach dem Richtigen – auf Basis relevanter Themen bzw. Begrifflichkeiten. Vereinfachen lässt sich die Recherche übrigens mit einer vielfältigen Auswahl an entsprechenden Tools: Follower-wonk, RightRelevancePro, StreamView, Klout, BuzzSumo, TrendSpottr etc.


Wer auf der sicheren Seite sein möchte, begibt sich am besten in professionelle Hände. Auf Influencer-Marketing spezialisierte Agenturen kümmern sich gerne um den gesamten Prozess. Von der Recherche über die Kontaktherstellung bis hin zu den vertraglichen, rechtlichen Rahmenbedingungen bei einer Zusammenarbeit. Ist der geeignete Markenbotschafter endlich gefunden, geht es an die Umsetzung der Werbekampagne.



Instagram, Twitter oder...? - Der Kanal macht´s

Setzen Sie hier auf inhaltliche Vielfalt, sorgen Sie für kreative Abwechslung. Denn Marketing bedeutet weitaus mehr als nur Gewinnspiele. Neben Unboxings steht unter anderem das klassische Product-Placement (Vorstellung mit Empfehlung) hoch im Kurs. Es ist nämlich nicht nur besonders beliebt, sondern bleibt den Followern auch gut im Gedächtnis.


Wofür Sie sich letztendlich entscheiden, beweisen Sie Fingerspitzengefühl bei der Auswahl des Social-Media-Kanals. Zwar haben wir dank Facebook, Instagram, YouTube, Twitter & Co. die Qual der Wahl, doch nicht jede Plattform eignet sich gleich gut für alle Kampagnen. Zu groß sind die Unterschiede in der Nutzung der jeweiligen Plattformen. Während hier hauptsächlich geliked und kommentiert wird, werden da vorwiegend Bilder oder Videos konsumiert. Überlegen Sie also, welche besonders gut zu den Bedürfnissen ihrer Kampagne passt. Wer als Unternehmer all die genannten Punkte beherzigt, darf sich über dauerhaften, nachhaltigen Erfolg hinsichtlich seiner Marketingstrategie freuen.



Influencer und Marketing: eine Win-Win-Situation


So wirken die „Beeinflusser“ nahezu selbst als Medium, erreichen also direkt über ihre Netzwerke eine breite Masse. Die Streuverluste sind verschwindend gering. Das Ergebnis: Verkaufszahlen und Umsätze steigen. Und das ohne zeitaufwändige, teuer inszenierte Werbeclips bzw. -filme.


Schlussendlich profitieren beide Seiten. Das Unternehmen erfährt eine Wertsteigerung seiner Produkte sowie Markenbotschaft, der Influencer freut sich über einen besseren Marktwert. Der größere Bekanntheitsgrad führt nicht nur zu weiteren Anfragen. Auch die Anzahl der Follower nimmt rasant zu. Eine professionelle Karriere als Influencer rückt in greifbare Nähe.


Aber der Weg dahin ist lang, erfordert einen langen Atem. Denn wer erfolgreich sein will, benötigt vor allem Ausdauer, Geduld und viel Zeit. Schließlich bedarf der Aufbau eines Social-Media-Kanals regelmäßiger Pflege. Aktivität und Aktualität sind die Stichworte.


Nachfolgend ein paar Tipps, wie es gelingen kann:


Posten, schreibe und kommentieren Sie täglich!

Praktische Tipps für Influencer!

Und zwar zu IHRER Leidenschaft. Egal, ob Fashion, Fitness, Food, Reisen oder sonstige Nischenprodukte. Konzentrieren Sie sich auf EIN bestimmtes Thema, brillieren Sie mit Ihrem Fachwissen und lassen Sie Ihre Community daran teilhaben: Mit aktuellen News. Denn nichts ist langweiliger als ein lebloser Account, ein Account mit alten, überholten Inhalten. Neben Fakten pur sollten Sie zudem mit „Unterhaltung“ begeistern.



Seien Sie der „Hingucker“ - setzen Sie auf Infotainment

Wichtig für Influencer: Visuelle Effekte

So legen Ihre Fans nicht nur Wert auf fundiertes Wissen. Sie achten zudem auf ein entsprechendes „Äußeres“: Ästhetik steht bei den meisten Plattformen hoch im Kurs. Punkten Sie deshalb auch mit visuellen Effekten – mit Selfies, Videos oder anderen Fotoaufnahmen. Diese sollten natürlich ansprechend in Szene gesetzt werden, entsprechend mit Text und Videos harmonieren.



Die Apps VSCO oder Snapsee eignen sich übrigens sehr gut für die professionelle Bearbeitung der Bilder. Oder Sie holen sich dafür „externe“ Unterstützung, von Ihrem persönlichen Foto- bzw. Kamera-Assistenten.

Jetzt fehlt nur noch das entsprechende Publikum, deshalb:


Vergrößern Sie Ihr Netzwerk, werden sie sichtbar für andere

Lassen Sie sich also von Gleichgesinnten finden. Wie? Versehen Sie sämtliche Posts, Texte, Bilder mit den zum Thema passenden Hashtags#. Sie funktionieren nach dem Prinzip der Schlagwörter, gelten nach wie vor als DAS Nr. 1 Tool. Zumindest, wenn es um Reichweite, also Aufmerksamkeit geht.



Welche #´s für Ihren Account sinnvoll und richtig sind, finden Sie auf Basis spezieller Recherchewerkzeuge von Instagram & Co. heraus. Erfolg verspricht zudem auch die aktive Interaktion. Durchkämmen Sie das Netz nach Beiträgen sowie Accounts, die Ihrem gleichen oder ähneln, und reagieren Sie. Liken und kommentieren Sie ehrlich, werden Sie selbst zum Follower.


Das Wichtigste dabei ist:



Bleiben Sie authentisch...

Influencer: Verbundenheit aufbauen

...und entwickeln Sie Ihren eigenen Stil, erzählen Sie Ihre eigene Geschichte: Die Community soll an Ihrem persönlichen, täglichen Leben teilhaben – je mehr, desto besser. Dazu zählen sowohl schöne Momente als auch schlechte oder traurige. Füttern Sie daher Ihren Account regel-mäßig mit Live-Videos, Live-Streaming oder Stories. Selbst wenn nun Privates öffentlich wird, es lohnt sich. Schließlich entwickelt sich auf diese Weise ganz allmählich eine treue, vertrauensvolle, freundschaftliche Verbundenheit mit bzw. zu Ihren Followern.



Influencer Marketing ist also umfangreicher als man denkt

Allerdings kann es sehr erfolgreich für alle Beteiligten sein. Besitzen die Marken-botschafter doch eine gewisse Macht in den sozialen Medien. Ein Potential, das sich auszuschöpfen lohnt. Verpassen Sie Ihrem klassischen Marketing also einen trendigen Anstrich, und machen Sie sich auf die Suche nach IHREM Influencer.




Die nötige Inspiration dazu können Sie unter anderem hier finden:

Forbes

Rankingliste Influencer weltweit






Recherche und Text: Kirsten Hube, unsere freie Autorin in München

Textmitwirkung, -bearbeitung und Layout: Sabine Krückl, Management Assistant bei Passionate Digital



Haftungsausschluss: Alle Informationen sind ausschließlich zur allgemeinen und unverbindlichen Information. Trotz sorgfältiger, intensiver Recherche nach bestem Wissen übernehmen wir keine Gewähr für Korrektheit, Vollständigkeit und Aktualität.




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