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  • Susanne Wagner

FRAUENWELT AM WELTFRAUENTAG

Aktualisiert: 12. Nov 2019

Ein persönlicher Blick auf Gleichstellung und Gleichberechtigung:


Vor kurzem war Weltfrauentag. In allen Medien wurde über das Thema Gleichstellung sowie damit verbundene Themen wie das Gender Pay Gap geschrieben, gesprochen und diskutiert. Ich bin eine Frau - also wie stehe ich zu diesem Thema?


Ehrlich gesagt, bin ich mir nicht sicher, denn es gibt Aspekte die mich mehr betreffen und andere, die mich gar nicht betreffen. Ich bin Geschäftsführerin, Projektleiterin, Beraterin, Chorsängerin, Hobbygärtnerin, Ehefrau und auch Mutter. Ich bin mit meinem Unternehmen in der IT-Branche und somit in einer sogenannten "Männerdomäne" tätig.

Fakt ist: Es gibt tatsächlich Unterschiede zwischen Männern und Frauen. Aber noch viel mehr Unterschiede gibt es zwischen Individuen. Jeder Mensch hat spezifische Stärken und Schwächen.


Möchte ich als Frau wie ein Mann behandelt werden? Nein! Ich finde es nämlich sehr nett, wenn vermeintlich altmodische Verhaltensweisen praktiziert werden.


Dazu zählt für mich das Aufhalten der Türe oder Helfen in den Mantel. Und ja, dazu gehört auch ab und zu ein Strauß Blumen als kleine Aufmerksamkeit.


Ich warte immer, bis der Ältere das "Du" anbietet. Auch etwas, was für mich zum guten Ton gehört.



Menschen sollten fair und ohne Einstufung behandelt werden. Eine Frau sollte nach gleichen Maßstäben gemessen werden wie ein Mann. Ein Afroamerikaner genauso wie ein Weißer. Ein Ostdeutscher genauso wie ein Westdeutscher. Und so weiter...


Es gibt keinen vernünftigen Grund warum wir dazu tendieren, Personen nach ihrer Herkunft, Hautfarbe, Religion oder eben auch Geschlechtszugehörigkeit zu bewerten. Mich interessiert lediglich: Was kann derjenige gut und was kann er vielleicht nicht so gut. Gleiche Bezahlung für gleiche Leistung ist dabei selbstverständlich.


Brauchen wir eine Frauenquote? Ich finde, dass dies nicht die richtige Frage ist. Wir sollten eher Fragen stellen wie:


  • Erhalten alle die gleichen Bildungschancen?

  • Werden transparente Kriterien für die Bewerberauswahl angewandt?

  • Gibt es ausreichende Angebote für eine Vereinbarkeit von Familie und Beruf?

  • Stehen allen die gleichen Karrierechancen offen?


Aus meiner persönlichen Sicht kann man Frauen nicht in die Regierungen, Aufsichtsräte etc. verordnen. In einem Kommentar zu einem der vielen Artikel zum Thema Gleichberechtigung stand sinngemäß folgendes:

"Ich würde gerne für den Stadtrat kandidieren, aber die Sitzungszeiten sind so ungünstig, dass ich die Kinder-betreuung nicht organisieren kann."

Viele solcher oder ähnlicher Stellungnahmen wurden geschrieben und sie zeigen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben. Das Ziel der Gleichstellung kann nicht über Quoten erreicht werden, sondern muss über den Einsatz verschiedener Instrumente anvisiert werden.

Fühle ich mich als Frau benachteiligt? Ich persönlich kann das mit nein beantworten. Aber zugegebener Maßen habe ich das nicht immer so empfunden. Es gab durchaus Stationen in meinem Leben, wo Männern bevorzugt behandelt wurden.


Gelingt es mir, Familie und Beruf ausgewogen zu kombinieren? Leider nein.


Aber das hat für mich gar nichts mit meiner Rolle als Frau zu tun, sondern rein mit der Tatsache, dass Selbständig gleichbedeutend mit Selbst und ständig ist. Ich nutze die Angebote von Schule, Hort, Ferienbetreuung und auch die Unterstützung der Großeltern- und so geht es doch meistens gut. Würde ich mir mehr Zeit für die Kinder wünschen? Ja. Aber das würde mein Mann sicher zu 100% genauso sehen.


Wie sieht es in anderen Bereichen aus?

Wir teilen uns die Hausarbeit auf. Es ist ja auch egal, wer die Wäsche wäscht oder die Betten neu bezieht. Bügeln und Kochen fallen in meinen Aufgabenbereich. Dafür übernimmt mein Mann die Reparaturen oder das Beschaffen vom Kaminholz. Haushaltskosten werden geteilt, die Kinder abwechselnd zur Schule gebracht bzw. von dort geholt.



Man kann tatsächlich eine gleichberechtigte

Partnerschaft leben: Hier sind Männer, Frauen und Erziehungsberechtigte gefragt. Klar sollte jeder in der Schule mal das Kochen ausprobieren, Nähen üben oder auch mal in der Werkstatt das handwerkliche Geschick austesten. Zu Hause beziehe ich die Kinder in die anfallenden Arbeiten ein. Dabei unterscheide ich nicht zwischen Aufgaben für die Tochter - also "weiblich" sind - und Aufgaben für den Sohn.


Dürfen Jungen mit Puppen spielen und Mädchen mit Autos? Definitiv ja! Kinder haben alles Recht der Welt ihre Interessen aufzuspüren und somit auch ihre Stärken und Schwächen zu erforschen. Mir ist absolut bewusst, dass die Einstellung zu dem Thema Gleichberechtigung bereits im Kindesalter geprägt wird.



Wir als Eltern haben hier die Verantwortung Kindern vorzuleben, dass man Menschen mit Respekt und Fairness behandeln muss. Das es keine typisch weiblichen oder typisch männlichen Berufe, Aufgaben oder Charaktereigenschaften gibt. Schließlich sind wir alle ein wenig speziell ;-)

Unsere Welt ist bunt. Das Foto vom Obst- und Gemüsestand ist dafür ein schönes Sinnbild. Denken Sie mal an die vielen verschiedenen Apfelsorten. Ein Braeburn schmeckt einfach anders als ein Jonagold.


Klar gibt es Gruppen in diesem bunten Durcheinander, Gruppen mit ähnlichen Eigenschaften. Je allgemeiner man diese Gruppen zusammenfasst, umso mehr verschwimmen die Unterschiede. Das Gleiche lässt sich auf unsere Spezies anwenden. Wir sind Menschen aber auch Säugetiere und wir sind auch Lebewesen. Gleichzeitig sind aber auch einzelne "Früchte" oder Individuen.


Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass wir aufhören die Gleichstellung von Gruppen zu diskutieren. Vielmehr sollten wir über die Wertschätzung von Individuen sprechen.


Wir sollten uns mehr darüber klar werden, wie wir es in unserer Gesellschaft schaffen, folgenden Satz der UN-Menschenrechtscharta (A/RES/217, UN-Doc. 217/A-(III)) wirklich zu leben:

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen.


Herzlichst,

Ihre Susanne Wagner, CEO und Gründerin von














Text: Susanne Wagner, CEO von Passionate Digital

Textbearbeitung: Sabine Krückl, Management Assistant bei Passionate Digital


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